Christopher’s Stunning Havana Club Rum Collection

20 Jul

Every cigar smoker knows that Rum and Cigars go together.

Chris is a good friend of mine and has one of the largest Havana Club collections in Europe. I met him in Havana earlier this year during a trip he took there.

He has traced the Arechabala family history in founding the Havana Club Brand and proudly shows some of the rarest and best samples of his private collection here.

Thanks  to Christopher for allowing me to reproduce this article and use his pictures.

Nino

http://www.hc-rumsammlung.de/Home

Meine Sammlung: Christopher Barfuß und seine Havana Club-Kollektion

Wieso ich Havana Club Rum sammle

Mein Name ist Christopher Barfuß. Im Jahr 2014 fing ich an mich für die Geschichte der Marke Havana Club zu interessieren. Wieso? Anders als beim großen Konkurrenten Bacardi gibt es kaum vollständige Daten zur Firmenhistorie. Nachdem ich einige Stunden damit verbracht habe um eine Art Firmenbiographie zusammenzustellen stellte ich fest, dass einige Angaben widersprüchlich und unvollständig waren. Dazu der komplizierte und undurchsichtige Rechtsstreit um die Markenrechte in den USA. Der Anstoß mich tiefer mit dieser spannenden Geschichte zu befassen und die ersten Flaschen zu erwerben.

Der Grundstein für die mittlerweile vermutlich größte Havana Club-Sammlung der Welt (210 verschiedene Flaschen) war gelegt. Nachdem meine Webseite im Dezember 2015 online ging, wuchs meine Sammlung innerhalb von 18 Monaten um das dreifache. Ich wurde von vielen Leuten kontaktiert. Sogar der Kontakt zu „Pepo“ Arechabala, Urgroßenkel des Gründers kam zustande. Ich besuchte ihn im Januar 2017 auf Mallorca und gemeinsam arbeiten wir an einer Firmenbiographie. Er ist einer der letzten noch lebenden Zeitzeugen der Familie mit sehr viel Insiderwissen. Mittlerweile freue ich mich mit Leuten auf der ganzen Welt in Kontakt zu stehen und mein Wissen zu verschiedenen Flaschen zu teilen.

 

 

Havana Club hieß früher Arechabala

Der Baske José Arechabala entschließt im Alter von 15 Jahren aufgrund von wirtschaftlich schwierigen Bedingungen im Baskenland nach Kuba auszuwandern. Nach einigen kleinen Aushilfsjobs übernahm er im Jahr 1878 eine kleine Destillerie in Cardenas. Die Stadt, aus der auch seine Frau kam. Nachdem der kleine Betrieb viele Jahre gute Gewinne machte, schloss er sich 1921 mit anderen ortsansässigen Firmen zusammen. Der 75-jährige José wurde der erste Präsident der neu gegründeten José Arechabala S.A.. Zum Kerngeschäft gehörte die Zuckerproduktion, sowie das Brennen von Industriealkohol, sowie die Herstellung von Schnaps und Likören.

Im Jahr 1934 und somit 11 Jahre nach dem Tod des Firmengründers wurde der erste Havana Club auf den Markt gebracht. Bis kurz nach der Revolution auf Kuba gab es den Arechabala S.A. – Havana Club Rum. Anfang der 1960er Jahre wurde die Firma dann verstaatlicht. Die schwächelnde Zuckerproduktion wurde eingestellt. Genauso wie die Herstellung von Süßwaren, Seife und anderen Artikeln. Die Herstellung des Havana Club Rum hingegen wurde unter geänderter Aufmachung zum neuen Zugpferd. Bis zum Joint Venture mit Pernod Ricard 1993 wurden 70 % der Exporte für die Länder der UDSSR produziert. Havana Club war eine eher kleine, in Mitteleuropa unbekannte Rum-Marke. Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion änderte sich dies und so ist Havana Club heute neben Bacardi eine der großen und bekannten Rum-Marken.

Was tut sich aktuell bei Havana Club?

Der dreijährige Havana Club ist immer noch ein beliebter Cocktail-Rum. Aber die Neuerscheinungen der letzten Jahre zeigen, dass Havana Club auch in den Bereich der hochwertigen Abfüllungen eingestiegen ist und sich auch dort etablieren will. Pacto Navio, Union, Tributo und weitere Neuerscheinungen stehen für hochwertigere aber auch teurere Abfüllungen. Der weiße Anejo Blanco wurde vor einigen Monaten komplett aus dem Sortiment genommen. Strategische Gründe wurden genannt. Der „Blanco“ war bei weitem nicht so beliebt wie der gelbe Havana Club 3 Anos. Gründe sind sicherlich gleiche Kosten im Supermarkt bei halber Reifezeit in den Fässern. Da griff der Kunde lieber gleich zum „besseren“. Nur auf Kuba wird der Blanco weiterhin als Cocktail-Rum genutzt.

Die Lieblingsstücke in meiner Sammlung

Natürlich ist es gar nicht so einfach aus einer so großen Sammlung einige wenige Favoriten herauszuziehen. Die folgenden Flaschen sind mir dennoch besonders wichtig. Sie zählen zu meinen Lieblingsabfüllungen von Havana Club:

Havana Club Reserva II Phase V

Der Reserva II Phase V ist nicht nur für Sammler eine hochwertige Flasche. Neben dem hochqualitativen Rum ist sie auch noch sehr selten. Sie war nie im Handel erhältlich und wurde nur an Politiker, wichtige Personen und erfolgreiche Barbesitzer verschenkt. Insgesamt gibt es nur 440 Abfüllungen. Jede Flasche die auf dem Sammlermarkt auftaucht hat eine eigene Nummer sowie eine persönliche Geschichte. Große, bekannte, oder erfolgreiche Barbesitzer, Botschafter und besondere Mitarbeiter waren Vorbesitzer dieser Edition.

Havana Club Especial Krug

Zur Einführung des Especial schickte Havana Club 2004 das erste mal seit über 100 Jahren ein Segelschiff mit Rumfässer nach Deutschland. Für diesen Werbegag benutzten sie den Drei-Mast-Segelschoner „Activ“.  Ziel war nach einem Zwischenstopp in Dänemark der Hafen von Flensburg. Das erste Fass (von insgesamt 4 Fässern) wurde geöffnet und der Rum in traditionelle Tonkrüge abgefüllt. Es sind insgesamt nur 130 Tonkrüge abgefüllt worden – und viele davon wurden noch Vorort geöffnet und verköstigt. Daher handelt es sich hier um eine ganz besondere Rarität. Die Krüge sind nummeriert.

Havana Club Maximo

Ganze 100 Flaschen Havana Club Maximo werden pro Jahr von der kubanischen Traditionsmarke abgefüllt – eine rare Flasche für Sammler also. Der in mundgeblasenen Flaschen abgefüllte Maximo ist bis zu 50 Jahre alt. In der 0,5 Liter Flasche ist er edelste Tropfen des Hauses. Es ist mit rund 1.200 Euro der mit Abstand teuerste im Laden erhältliche Rum von Havana Club. Der erste Maximo lag in einer Holzkiste mit Samttuch. Erhältlich war sie von 2006-2010. Die zweite Edition stand aufrecht in einer Kiste. Diese Version konnte man im Anschluss bis 2015 erwerben. Die aktuelle Version sieht von außen gleich aus. Lediglich innen gibt es eine weiße Polsterung die sich vom Vorgänger unterscheidet. Zu jeder Flasche gehört ein exklusives Echtheitszertifikat, unterschrieben vom Master Blender der Destillerie.

Havana Club XX Aniversario

Als Erinnerung und zur Feier der 20-jährigen Zusammenarbeit mit Pernod Ricard im Jahr 2013, hat Don José Navarro (Chef Ronero) einen Blend mit dem Lieblingsrum aller Maestro Roneros von Havana Club (6 inklusive Don José). Dieser Blend wurde nie verkauft, sondern nur an ausgewählte Leute und Gastronomen verschenkt. Diese Flasche dürfte ähnlich selten sein wie der Reserva II und der Hunters & Frankau. Sie stammt von einem Großgastronomen aus NRW. Er hatte das Gefühl, dass diese Flasche in meiner Sammlung richtig aufgehoben sei.

Havana Club Sonderabfüllung für Hunters & Frankau

Eine ganz besondere Abfüllung zum 225. Jubiläum der Firma Hunters & Frankau (UK, Humidore und Zigarren). Offizielle Stellungnahme bei der Vorstellung 2015:  Jeder Humidor wird mit einer 0,5l Flasche eine extra von Havana Club hergestellten Rum ausgeliefert. Asbel Morales, einer der sieben großen Roneros persönlich ist für diese 500 stark limitierten und nummerierten Flaschen verantwortlich. Der Rum setzt sich aus ausgewählten, verschiedenen Fassabfüllungen zusammen. Keine der Flaschen sind offiziell in den Verkauf gegangen. Hätte Havana Club sich auf einen Preis festlegen müssen, hätte man ungefähr 300 Pfund festgelegt. Asbel Morales bezeichnete die Harmonie zwischen den Zigarren und dem Rum als „perfekte Hochzeit“ zweier Produkte.

Havana Club Esencial de los Cantineros

Insgesamt nur 1500 Abfüllungen zum 200. Geburtstag der legendären Floridita Bar in Havanna. Auch in Gedenken an den Club de Cantineros (Cuban barkeeper club). Kuba in den 20er Jahren: die Prohibition in den Vereinigten Staaten bedeutet das Ende der klassischen, amerikanischen Bar, die besten Bartender des Landes flüchten auf die kleine Karibik-Insel. Die vermögende Stammkundschaft folgte. Greta Garbo, Jean-Paul Sartre, Errol Flynn und Hemingway trinken Mojito im „La Bodeguita del Medio“ und Daïquiri im „El Floridita“- die Hauptstadt Havana wird, bis in die 1950er Jahre hinein zum Hot Spot der High Society und zum Zentrum einer neuen Barkultur. Unzählige Bars und Clubs arbeiten auf höchstem Niveau mit dem größten Schatz der Insel: Rum und Zigarren.

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